Weblog der Malteser in Deutschland

Tabu Demenz

Laut einer Umfrage der GFK Marktforschung in Nürnberg für die Apotheken-Umschau wollen 56 Prozent der Deutschen eine eigene Demenzerkrankung nicht thematisieren – aus Sorge, von ihrer Familie, den Freunden und Bekannten nicht mehr für voll genommen zu werden. Jeder Vierte gibt sogar an, selber nichts davon wissen zu wollen. Das ist ein deutliches Indiz dafür, dass die Demenz-Krankheit immer noch viel zu sehr tabuisiert ist. Nur so ist zu erklären, dass sie offenbar weiter als Schreckgespenst durch die Gesellschaft geistert, quasi als „Krankheit, deren Name nicht genannt werden darf“.

Dabei ist die beste Möglichkeit, der Demenz ihren Schrecken zu nehmen, sich mit ihr auseinander zu setzen und sich möglichst viel Wissen darüber anzueignen. Wenn man weiß, dass man zwar nach und nach seine kognitiven Fähigkeiten verliert, aber nicht seine Persönlichkeit, seine Seele – kurz das, was den Menschen einzigartig macht – braucht man auch keine Angst vor Bloßstellung zu haben.

Die Malteser sind also auf dem richtigen Weg, indem sie nicht nur ihre eigenen Mitarbeiter fortlaufend schulen und weiterbilden, sondern auch Betroffene und Angehörige: kleine Schritte hin zu dem großen Ziel, der Demenz mit mehr Verständnis zu begegnen und sie zu enttabuisieren.

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Geschrieben von Katharina von CroyDruckversion


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