Weblog der Malteser in Deutschland

Starkes Signal: 1. Malteser Demenzkongress fördert Dialog von Experten und Betroffenen

Malteser-Demenzkongress-2014Das Thema Demenz ist in unserer Gesellschaft angekommen – intellektuell mit Sicherheit, vielleicht noch nicht unbedingt emotional. Es gibt Qualitätsanforderungen, Pflegediskussionen, Berichte von Angehörigen, große Erwartungen und statistisch prognostizierte Horrorszenarien. Und mittendrin die erkrankten Menschen und ihre Angehörigen, mit fortschreitendem Krankheitsbildes oftmals isoliert, überfordert durch die alltäglichen Herausforderungen und auf der Suche nach Strukturen und nach Menschen, die zuhören, helfen und entlasten.

In dieser Situation sendet der erste Malteser Versorgungskongress Demenz am 7. und 8. März 2014 in Duisburg ein starkes Signal. Unter dem Motto „Ich bin doch noch ich!“ bringt er alle Beteiligten miteinander in Dialog, lässt nicht nur viele  renommierte Experten und Profis zu Wort kommen, sondern auch die an Demenz erkrankten Menschen und ihre Angehörigen selbst.

Wer jemals in  die Situation gekommen ist, solches für sich einzufordern, ahnt, welche Not hinter dieser  Aussage steht: „Ich bin noch ich! Redet mit mir! Nehmt mich wahr – als Person, nicht als Problem.“ Für Menschen mit einer  Demenzerkrankung ist das keine Selbstverständlichkeit.

Ganz sicher geht es um Daten und Fakten, um Expertise und um die richtigen Konzepte. Vor allem jedoch muss es uns um die Lebensqualität der betroffenen Menschen gehen. Mit ihrem breiten Leistungsangebot und ihrer – durch die Kombination von Ehrenamt und Hauptamt – tiefen Verwurzelung in der Zivilgesellschaft sind die Malteser nah genug dran, um die wirklichen Notwendigkeiten der Versorgung und Begleitung von demenziell erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen zu erkennen und zu handeln.

Deshalb haben sich die Malteser die Erfahrung und das Wissen der königlichen Stiftung Silviahemmet zu eigen gemacht und damit begonnen, die akutstationären Versorgungsstrukturen umzubauen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schulen, Modelltagestätten für Menschen mit einer beginnenden Demenz einzurichten und vieles mehr.

Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in Nordrhein-Westfalen, bringt es in Ihrem Geleitwort zur Kongress auf den Punkt: „Gute Beispiele [wie das Silviahemmet Konzept der Malteser in Köln] können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es noch Vieles zu tun gibt, um eine gleichermaßen zukunftsfähige wie nachhaltige Versorgungs- und Infrastruktur für ein selbstbestimmtes, teilhabeorientiertes Leben im Alter und bei Unterstützungsbedarf zu schaffen."

Wir stehen in der Tat noch am Anfang; aber wir sind zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Erfahrung zeigt: Wenn wir als Gesellschaft gefordert sind, uns auf neue Wege einzulassen, können wir alle davon profitieren, wenn wir nur Herz und Sinne offen halten. In diesem Geist bringen wir alle Beteiligten beim Malteser Demenzkongress zusammen, um uns danach bereichert und mit neuem Mut auf die vor uns liegenden Aufgaben einlassen zu können.

Mehr Infos zum Kongress

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung
Bewertung: 0.0/5 (0 Bewertungen)

Geschrieben von Dr. Franz Graf von HarnoncourtDruckversion


Schlagworte: , , , , , , ,

Antworten


Bitte beachten Sie, dass Kommentare erst freigeschaltet werden müssen. Bitte nicht erneut absenden.

TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste