Weblog der Malteser in Deutschland

Mit Menschen mit Demenz das Fest freudig feiern

Weihnachten ist das Fest der Familie. Für viele Menschen sind damit kostbare Erinnerungen verbunden. Plätzchenbacken,  Geschenke aussuchen, das Schreiben des Wunschzettels, das Schmücken des Tannenbaums, das Warten aufs Christkind, der Turmbläserchor, die Krippe unterm Lichterbaum, der Verkündigungsengel, das Vorlesen der Weihnachtsgeschichte und die Christmette. Es sind besondere Momente, die  auch noch im hohen Alter gerade in diesen Wochen deutlich sichtbar und intensiv empfunden werden.

Menschen mit einer Demenzerkrankung geht es da nicht anders. Sie, die sich in der Gegenwart oft schwer tun mit allem, was Orientierung und Kurzzeitgedächtnis anbelangt, werden plötzlich "wach" und erleben mit glänzenden Augen Momente der weihnachtlichen Freude. Das Singen der Weihnachtslieder, der Tannenduft, die brennenden Kerzen, alles, was diese Zeit kennzeichnet, erlaubt ihnen an Erlebnisse aus früheren Jahren, die tief in ihrer Erinnerung vergraben sind, anzudocken, sie hervorzuholen und sich dadurch in der Jetztzeit wiederzufinden.

Das Weihnachtsfest mit seinen Traditionen gibt den Erkrankten Orientierung, Halt und Hoffnung. Sie können wieder teilhaben, erleben, mitempfinden und sich erfreuen. Wenn dann diese weihnachtliche Freude eine gemeinsame Freude für die ganze Familie werden kann, dann ist das vielleicht das besondere Geschenk, das allen beschert wird. Manchmal fehlt nur ein kleiner "Anschubser", ein Mutmacher, um diese Zeit zu gemeinsam zu nutzen.

Die Weisen aus dem Morgenland haben sich vor langer Zeit auf den Weg nach Bethlehem gemacht und sind dem Stern gefolgt. Das war sicherlich  mühsam und gelegentlich auch unbequem. Sie haben aber sich nicht beirren lassen. Vielleicht können sie  für uns heute Vorbild ein und uns zeigen, dass es sich lohnt, sich gemeinsam auf den Weg zu machen und mit allen das Fest zu feiern. Vor allem und gerade auch mit denen, die unserer besonderen Unterstützung bedürfen. Nehmen Sie sich Zeit und bereiten gemeinsam und in Ruhe dieses besondere Fest vor. Lassen Sie Ihre an Demenz Erkrankten Anteil nehmen, auch wenn sie Sie vielleicht nicht mehr aktiv unterstützen können. Denken Sie daran, dass auch Zusehen und Zuhören Teilhabe bedeutet. Schmücken Sie gemeinsam den Baum, lassen Sie sie die Kugeln fühlen, singen Sie die altvertrauten Lieder, lesen Sie die Weihnachtsgeschichte vor und lassen sich anstecken von der Freude der Heiligen Nacht. Es heißt nicht umsonst in einem der alten Weihnachtslieder: "O, du fröhliche Weihnachtszeit."

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Geschrieben von Dr. Ursula SottongDruckversion


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